Eintauchen in die Natur

Foto: Common Ground / Ramona Bischoff

Organisationsentwicklung neu denken

Die Teal-Bewegung „Reinventing Organizations“ inspiriert durch das Buch von Frederic Laloux hat die Idee einer Organisation als „sich organisch entwickelndes Wesen“ salonfähig gemacht. Dies zumindest bei Organisationen, die sich mit Themen wie Selbstorganisation und Agilität befassen. Eine direkte Möglichkeit, organische Prozesse zu beobachten und auf uns wirken lassen, bietet die Natur selbst.

Nature has the ability to call forth wholeness in us. This also works in the other direction: when we feel whole within ourselves we can’t help but feel a sense of connection to everything that surrounds us. The damage we do to the environment becomes more than an intellectual concern; we feel the pain and sorrow of nature’s suffering within ourselves. The same holds true for social concerns: when we come from a place of wholeness, we feel compelled to do our share to heal our broken relationship with life in all its forms.“ Laloux, S. 169

Wie es ist, sich als Team in der und durch die Natur zu erleben und die Zusammenarbeit auf dieser Grundlage aufzubauen, dazu haben wir bei Common Ground geforscht. Ein paar Erlebnisse möchte ich hier teilen.

Den Grundstein legen: Namensfindung und Sitz

Im Sommer 2019 fand eines unserer ersten – ein wegweisendes Team-Meeting im Graubünden statt. Auf der Terrasse eines kleinen Häuschens ganz in der Nähe des Cresta Sees haben wir unsere Zeit verbracht. Der Name Common Ground ist hier zum ersten Mal gefallen. Wir haben Ideen zum Logo, und was darin verkörpert sein soll, entwickelt. Und im Nachhinein entschieden, dass hier auch unser Sitz sein soll – der Geburtsort von Common Ground.

Weiter haben wir mit Aufstellungsarbeit erforscht, wie unser Purpose im Team eingebettet ist. Noch heute begleiten mich manchmal Bilder dieser eindrücklichen Erfahrung.

Natur bietet Inspiration für die gemeinsame Ausrichtung

Bei der Erarbeitung unserer Vision und Mission im Winter 2020 haben wir entlang des Jurasüdfusses einen langen Waldspaziergang gemacht und uns so auf die gemeinsame Ausrichtung eingestimmt. Individuell haben wir die Natur befragt und beobachtet, was uns an Formen und Symbolen entgegenkommt. Wir hatten das Privileg, in der schönen Atmosphäre einer Jurte unsere Vision in Worte zu fassen. Was dabei herausgekommen ist, hat uns selber überrascht – die Vision von Common Ground: Jeder Mensch findet Raum und Ausdruck für seine*ihre innere Welt und lebt verantwortungsvoll. Die Natur hat uns geholfen, uns selbst in unserem Potenzial neu zu sehen.

Transition in die Praxis: Wir haben den Anspruch, dass die gemeinsamen Tiefenerfahrungen in den Arbeitsalltag einfliessen können. Vom Einstieg über die Naturerfahrung kommend, haben wir kreative Arbeitstechniken (siehe Bild) angewendet, um am Tag darauf auf dieser Basis unsere Webseite zu launchen!

Natur bietet Sicherheit für Entwicklungsprozesse

In Bern haben wir uns in einem urban-natürlichen Umfeld zum Team Retreat getroffen. Die Fragen, die wir uns gestellt haben:

  • Wie wirken die Jahreszeiten auf uns? Sind wir ein Jahreszeiten-Kollektiv? Was bedeutet für uns Winter, Frühling, Sommer, Herbst und wie nutzen wir die spezifischen Energien? Wie gehen wir ins neue Jahr? Erforscht mit Naturmaterialien gelegt zu einem kunterbunten Mandala.
  • Wie werden wir gerufen? Wie rufen wir hinaus? Was möchten wir hören? Erforscht in einem stillen Spaziergang mit gespitzten Ohren.

Unsere gemeinsamen Einsichten klingen nach und informieren unsere nächsten Schritte. Wir haben über die Natur eine einfache Sprache gefunden, wie unsere inneren Bilder gut zusammenkommen und daraus konkrete Aktivitäten abgeleitet werden können.

Schöne Worte für die Wirkung der Natur auf uns selbst und Teams hat auch eine Kollegin und Weggefährtin gefunden:
Draussen nehmen wir die „leisen Töne“, die mitschwingen, im Innen wie beim Zwischenmenschlichen besser wahr. Durch’s Being-Away-Feeling dürfen wir in eine Auszeit vom Alltag eintauchen und können dadurch auf einmal ganz neue Möglichkeiten sehen. Draussen weiten sich unsere Sinne, unsere Wahrnehmung und unsere Perspektive … und dann fördert das Draussensein auch noch kooperative Fähigkeiten.“ Vera Aebi, HAPPY by Nature

Wandel zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er Unsicherheiten generiert. Wenn Neues entsteht, weicht Altes – manchmal sanft, bisweilen heftig. Aufbauend auf unseren Erfahrungen und gerüstet mit den nötigen Kompetenzen, bieten wir verschiedene Formate von Naturtagen für Teams an. Die Naturtage adressieren diese Unsicherheit, indem sie Räume für Austausch, Verbindung und Ausrichtung schaffen.

Möchtest du und dein Team Inspiration und Halt in der Natur finden?

Ein Teil von mir…

Manchmal fühle ich mich innerlich zerrissen. Das kommt in ganz alltäglichen Situationen vor, wenn ich zum Beispiel im Restaurant gefragt werde, was ich trinken möchte. „Citrooo!“ ruft da eine Stimme in mir hellbegeistert. „He spinnsch, weisch wievill Zucker isch dört drin??“ protestiert sofort eine zweite Stimme in ernster Tonlage. Was tun? Dem ersten Impuls folgen? Mich vertrauensvoll von der Stimme leiten lassen, die am vernünftigsten klingt? Egal wie ich mich entscheide, ich werde das schale Gefühl nicht los, dass ein Teil von mir gerade verloren hat. Was in komplexeren Situationen natürlich nur noch schlimmer wird:

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Prototyp Schweiz – ein Plädoyer für mehr Experimente

Dieser Artikel wurde auf punkt4.info als Meinung veröffentlicht.

Kommt jetzt Bewegung in die Diskussion um den Umgang mit und nach Corona? Nach Schock, Verneinung, Einsicht und Akzeptanz kommt in der Veränderungskurve das Ausprobieren. Sind wir bereit zum Ausprobieren, wenn wir an einen echten Wandel denken? Es gibt wahrscheinlich mehrere Kurven gleichzeitig. Und dazu noch meine individuelle, die hin und her hüpft und sich der Linearität verweigert. Die Frage, die sich mir brennend stellt: Will ich sofort und so schnell als möglich zurück zur alten Normalität? Sollten wir das als Gesellschaft überhaupt wollen?

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In die Tiefe eintauchen – Metaphern unserer Arbeit

Die Art der Tiefenarbeit von Common Ground in Worte auszudrücken, fällt oft nicht leicht. Es kommt einem Erleben der eigenen Persönlichkeit nahe, ein Aus-Sich-Heraus-Treten, um sich aus einer frei wählbaren Perspektive im eigenen Sein und Tun zu beobachten. In diesem Beitrag möchte ich dir meine Erfahrungen anhand von Metaphern und Bildern näher bringen.

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Sinnstiftende Zusammenarbeit braucht Hirn!

Mich faszinieren seit Jahren die Vorgänge in unseren Köpfen. Heute möchte ich Euch einen Einblick in die Tiefe von Kooperation geben.
Doch was haben Neurowissenschaften mit Zusammenarbeit zu tun?
Mit einem Wort: ALLES.

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Sehnsucht nach Tiefe

Uns vereint die Sehnsucht nach mehr Tiefe. Das steht auf „unserer“ Common Ground-Webseite. Und es stimmt. Das ist wohl der gemeinsame Boden – wichtiger Teil unseres Common Grounds, der es möglich macht, dass wir uns als Team immer wieder finden, trotz grosser Unterschiedlichkeit. Es ist unglaublich schön, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die bereit sind loszulassen – ihre Vorstellungen, Ideen im Kopf, Konzepte, etc. Menschen, die erspüren, was gerade präsent ist und sich überraschen lassen können von den Impulsen, die auftauchen und daraus gemeinsam Lösungen kreieren.

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Eine Einladung zum Sitzen

Ich habe sie angenommen, die Einladung mich hinzusetzen. An einem Samstag im Dezember bin ich mit einem guten Dutzend Menschen sechsmal 25 Minuten in Stille gesessen und dazwischen ein paar Runden schweigend im Kreis gelaufen. Ich habe bereits verschiedene Formen der Meditation kennengelernt und auch schon ein Schweigeretreat besucht. Der Zazen-Übungstag war jedoch für mich etwas ganz Neues.

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